|
Reino de
España
Königreich Spanien
| |
Wahlspruch: "Plus Ultra"
lat., "Darüber hinaus" |
| Amtssprachen |
Spanisch
(regional Katalanisch, Galicisch, Baskisch und Aranesisch) |
| Hauptstadt |
Madrid |
| Staatsform |
Parlamentarische
Erbmonarchie |
| König |
Juan
Carlos I. |
| Ministerpräsident |
José
Luis Rodríguez Zapatero |
| Fläche |
504.782
km² |
| Einwohnerzahl |
40.341.462
(Juli 2005 geschätzt) |
| Bevölkerungsdichte |
80
Einwohner/km² |
| Währung |
Euro |
| Zeitzone |
UTC+1
(Kanarische Inseln UTC) |
| Nationalhymne |
Marcha
Real |
| Kfz-Kennzeichen |
E |
| Internet-TLD |
.es |
| Vorwahl |
+34 |
| |
 |
Das Königreich
Spanien (amtlich spanisch Reino de España, katalanisch
Regne d'Espanya, galicisch Reino de España, baskisch
Espainiako Erresuma) liegt im Südwesten Europas und nimmt
den größten Teil der Iberischen Halbinsel ein.
|
Inhaltsverzeichnis
- 1
Geographie
- 2
Bevölkerung
- 2.1
Sprachen
- 2.2
Religion
- 2.3
Größte Städte
- 3
Geschichte
- 4
Politik
- 5
Autonome Regionen
- 6
Infrastruktur
- 6.1
Straßennetz
- 6.1.1
Fahrrad
- 6.1.2
Fernbusnetz
- 6.2
Bahnnetz
- 6.3
Flughäfen
- 7
Kultur
- 7.1
Medien
- 7.2
Sport
- 7.3
Nationale Feiertage
|
Geographie
| Klimadiagramme |
| Mittelmeerküste
Mittelmeerklima
in Barcelona.
Mittelmeerklima
in Valencia.
Mittelmeerklima
in Ibiza (Balearen).
Mittelmeerklima
in Malaga.
|
| Zentralspanien
Kontinentales
Mittelmeerklima in Madrid.
|
| Nordküste
Klimadiagramm
von Santander.
|
|
Kanarische Inseln
Klimadiagramm
von Santa Cruz de Tenerife.
|
|
Spanien befindet
sich, ebenso wie Portugal (im Westen) und das zum Vereinigten
Königreich gehörende Gibraltar (im Süden), auf der iberischen
Halbinsel, von der Spanien sechs Siebtel einnimmt. Im Nordosten,
entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich
und den Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen
der Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der
Kanaren, im Atlantik, sowie die an der nordafrikanischen Küste
gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum Staatsgebiet. Spanien ist
das drittgrößte Land Europas.
In Frankreich
besitzt Spanien die Exklave Llívia. Außerdem gehören Spanien die
vor der marokkanischen Küste gelegenen Inseln Islas Chafarinas,
Peñón de Vélez de La Gomera,
Alhucemas, Alborán und die Islas Columbretes. Die Zugehörigkeit
der Insel Perejil ist zwischen Marokko und Spanien nicht geklärt.
Der höchste
Berg Spaniens ist mit 3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der
Insel Teneriffa, die
zu den Kanarischen Inseln gehört.
Die Städte
Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen an das Mittelmeer
sowie Marokko. Der nördlichste Punkt Spaniens ist die Estaca de
Vares, der westlichste das Kap Toriñana, beide in Galicien, der
südlichste die Punta Marroquí bei Tarifa, der östlichste das Kap
de Creus. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt
856 km und von Osten nach Westen 1020 km.
Die Nordküste
Spaniens verläuft fast in gerader Linie und bildet nur zwischen
Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña (spanisch
La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden. Gegenüber den
übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese Küstenabschnitte
durch Schroffheit und schlechte Zugänglichkeit aus.
Ursächlich
hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans Meer
heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den
Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden
Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien
häufig auftreten. Auch die Westküste Spaniens trägt im Ganzen
diesen Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden,
da hier die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten
und sich im Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden.
Charakteristisch
für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl weiter, flacher
Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige Vorgebirge endende
Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind zugänglicher als die Nord-
und Westküste. Die wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen
nach Osten die Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht
von Cartagena, an der Ostküste die Bahía von Alicante und der
Golf von Valencia. Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero,
der Tajo und der Ebro.
Die Vegetation
der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf:
Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen (Steineichen,
Korkeichen), Pinien
Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen,
Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra
Intensiver
Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.
Bevölkerung
Sprachen
In Spanien
werden überwiegend Spanisch (Español/Castellano, "Kastilisch"),
Katalanisch (Català) und Galicisch (Gallego), sowie das Baskische
(Euskara) gesprochen. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet
Amtssprache, während die anderen drei nur in den entsprechenden
Autonomen Regionen diesen Status genießen.
Ferner wird
in der Autonomen Region València eine Variation des Katalanischen,
Valencianisch (Valencià), und auf den Balearen wird eine weitere
lokale Variante des Katalanischen, das Mallorquin (Mallorquí/Balear),
gesprochen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche
von einer geringen Anzahl von Menschen gesprochen werden. Zu diesen
zählt Asturisch-Leonesisch (Bable), Aragonesisch (Fabla aragonesa)
und Aranesisch. In Melilla spricht die masirische Minderheit zudem
Tamazight, in Olivenza (Extremadura) wird noch teilweise Portugiesisch
gesprochen.
Während der
Urlaubssaison arbeiten in den Tourismusregionen auch Saisonarbeiter
aus Deutschland und Polen, vielfach auch Südamerikaner. In einigen
Tourismusregionen wie der Costa Blanca oder der Costa del Sol
sind vergleichsweise viele Deutsche und Engländer dauerhaft ansässig
Als Fremdsprachen
werden meist Englisch und Französisch gesprochen. Jüngere Spanier
sprechen als Fremdsprache zumeist Englisch, Ältere eher Französisch.
In der breiten Bevölkerungsmasse sind anwendbare Fremdsprachenkenntnisse
aber nach wie vor nicht die Regel.
In Katalonien
wird an den Schulen und Universitäten fast ausschliesslich auf
Katalanisch gelehrt; Spanisch darf dort jedoch von allen Studenten
in Unterricht und Klausuren benutzt werden.
Religion
Spanien
ist ein vorwiegend katholisches Land. 92 % (2000) sind nach dem
Ritus der römisch-katholischen Kirche getauft und gehören ihr
– nach Meinung der Kirche – somit auch an. Demgegenüber haben
im Jahre 2002 im Rahmen einer Studie des staatlichen Meinungsforschungsinstitutes
Centro de Investigaciones Sociológicas nur 80 % der Befragten
angegeben, Katholiken zu sein. 12 % bezeichneten sich als nicht
religiös. Finanziert wird die katholische Kirche vom spanischen
Staat auf Grundlage eines Vertrages zwischen diesem und dem Heiligen
Stuhl. Da also in Spanien
die katholische Kirche nicht aus direkt entrichteten Steuen der
Gläubigen finanziert wird bringt ein offizieller Kirchenaustritt
auch keine finanziellen Vorteile. Innerhalb der katholischen Kirche
gibt es die in sich sehr stark geschlossene Gruppierung Opus Dei.
Die Muslime
machen 0,5 %, die Protestanten 0,3 % der Bevölkerung aus. Juden,
Angehörige anderer Konfessionen und Konfessionslose stellen 7,2
% der Bevölkerung.
Größte Städte
Städte mit
über 100.000 Einwohnern, mit Einwohnerzahl. (Stand: 1.
Januar 2004)
- Madrid
– 3.099.934
- Barcelona
– 1.578.546
- Valencia
– 785.732
- Sevilla
– 704.203
- Zaragoza
– 638.799
- Malaga
– 547.731
- Murcia
– 398.815
- Las
Palmas de Gran
Canaria – 376.953
- Palma
de Mallorca – 368.974
- Bilbao
– 352.317
- Valladolid
– 321.713
- Cordoba
– 319.692
- Alicante
– 310.330
- Vigo
– 292.059
- Gijon
– 271.039
- Hospitalet
– 250.536
- La
Coruña – 242.846
- Granada
– 238.292
- Vitoria
– 223.702
- Santa
Cruz de Tenerife – 219.446
- Badalona
– 214.874
- Oviedo
– 209.495
- Elche
– 209.439
- Mostoles
– 202.496
- Cartagena
– 197.665
- Sabadell
– 193.338
- Jerez
de la Frontera – 192.648
- Fuenlabrada
– 192.458
- Pamplona
– 191.865
|
- Alcalá
de Henares – 191.545
- Tarrasa
– 189.212
- Santander
– 183.799
- San
Sebastian – 182.644
- Leganes
– 178.630
- Almeria
– 177.681
- Burgos
– 169.682
- Castellón
de la Plana – 163.088
- Salamanca
– 160.415
- Alcorcon
– 156.592
- Albacete
– 156.466
- Getafe
– 155.997
- Huelva
– 144.369
- Logroño
– 141.568
- Badajoz
– 139.135
- San
Cristóbal de La Laguna – 137.314
- Leon
– 135.789
- Cadiz
– 133.242
- Tarragona
– 123.584
- Lerida
– 119.935
- Marbella
– 117.353
- Santa
Coloma de Gramenet – 116.503
- Jaen
– 115.917
- Mataró
– 114.114
- Algeciras
– 109.665
- Dos
Hermanas – 109.595
- Orense
– 108.600
- Torrejon
de Ardoz – 106.740
- Alcobendas
– 100.307
|
Geschichte
Die Ureinwohner
der Pyrenäenhalbinsel waren die Basken und die Iberer, nach denen
auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert v. Chr.
siedelten sich die Phönizier an der Südküste an; die berühmteste
von ihren Kolonien war Cádiz (Gades). Die Bezeichnung Spanien
leitet sich von der römischen Bezeichnung "Hispania"
ab (phönizisch "Küste der Klippschliefer"; was die Phönizier
für Klippschliefer hielten, waren in Wirklichkeit Kaninchen).
Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange arabische
Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch
in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit der Vertreibung der Mauren
von der iberischen Halbinsel (Wiedereroberung - Reconquista) und
der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492
stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf.
Politik
Gemäß der
Verfassung vom 6. Dezember 1978 ist Spanien
ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform
einer parlamentarischen Monarchie (Art. 1, Abs. 3 der spanischen
Verfassung). Der Königstitel ist erblich. Der derzeitige König
ist Juan Carlos I. Der König ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber
der Streitkräfte. Thronfolger ist Prinz Felipe de Borbón y Grecia,
der gleichzeitig den Titel Fürst von Asturien (Príncipe de Asturias)
trägt. Wohnsitz der Königsfamilie ist der Palacio de la Zarzuela
in Madrid.
Die Rolle
der spanischen Krone wird in der Verfassung im Wesentlichen auf
repräsentative Funktionen beschränkt. Darüber hinausgehende Funktionen
des Königs sind die Bestätigung von Gesetzen und die Ernennung
und die Entlassung des Regierungschefs.
Das oberste
Gesetzgebungsorgan in Spanien
ist das Parlament (Cortes Generales). Die Cortes
unterteilen sich in zwei Kammern, das Abgeordnetenhaus (Congreso
de los Diputados) und den Senat (Senado). Die 350 Mitglieder
des Abgeordnetenhauses werden per Direktwahl für vier Jahre gewählt.
Der Senat besteht aus 259 Sitzen. Davon werden 208 Mitglieder
direkt vom Volk gewählt und die restlichen 51 von den Parlamenten
der autonomen Regionen bestimmt. Senatoren werden für eine Amtszeit
von vier Jahren ernannt.
Der Ministerpräsident
(Presidente del Gobierno, wörtlich übersetzt "Regierungspräsident")
und die Regierungsmitglieder werden vom Abgeordnetenhaus gewählt.
Derzeitiger Ministerpräsident ist José Luis Rodríguez Zapatero
vom sozialdemokratischen Partido Socialista Obrero Español (PSOE).
Sitz des Regierungspräsidenten ist der Palacio de la Moncloa in
Madrid.
Spanien ist
seit Januar 1986 Mitglied der Europäischen Union (bis 1992: „Europäische
Gemeinschaft“).
Autonome
Regionen
Spanien
gliedert sich administrativ in 17 autonome Regionen oder Gemeinschaften
(Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen Bundesländern,
und in die zwei autonomen Städte Ceuta und Melilla. Die autonomen
Regionen selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt 50 (52 mit
Ceuta und Melilla) Provinzen (provincias), die fast alle nach
ihrem jeweiligen Verwaltungssitz benannt sind.
Kämpfe gibt es u. a. um die Autonomie des Baskenlandes,
deren blutige Form die ETA betreibt. Katalonien strebt auf politischem
Wege die Unabhängigkeit an.
Infrastruktur
Straßennetz
Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Straßen-
und Autobahnnetz. Das Fernstraßennetz umfasst Nationalstraßen,
carreteras nacionales, und Autobahnen, den sogenannten
autovías (gebührenfrei) und autopistas (mautpflichtig,
de peaje). An den Zahlstellen der gebührenpflichtigen autopistas
kann mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlt werden.
Teilweise verlaufen gebührenpflichtige Autobahnabschnitte
parallel zu gebührenfreien. Rund um Ballungszentren gibt es meist
gebührenfreie autopistas, viele Fernverbindungen sind gebührenpflichtig.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt:
- innerhalb
geschlossener Ortschaften 50 km/h
- auf Landstraßen
90 km/h
- auf Landstraßen
mit einem Randstreifen von mindestens 1,5 m Breite oder einer
zusätzlichen Fahrspur 100 km/h
- auf den
Autobahnen 120 km/h
Seit Sommer
2005 werden in Spanien
Geschwindigkeitskontrollen mit stationären Radargeräten durchgeführt.
In geschlossenen
Ortschaften nachts immer mit Abblendlicht fahren. Vorsicht beim
Einfahren in Autobahnen: hier gilt zwar wie im deutschen Sprachraum
„Vorfahrt gewähren“, jedoch wird einfahrenden Autofahrern meist
nicht Platz zum Einscheren eingeräumt.
Für Linksabbieger
gibt es gelegentlich eine Art „Wartespur“ in der Mitte der Straße,
von dieser Wartespur kann dann nach rechts in auf die Fahrspur
eingeschert werden.
Seit Juli
2004 sind in Spanien Warnwesten gesetzlich vorgeschrieben. Diese
müssen immer mitgeführt und bei Unfällen und Pannen getragen werden.
Reservebirnen und ein rotes Warndreieck müssen ebenso im Kraftfahrzeug
sein. Grüne Versichertenkarten sind zwar nicht Pflicht, aber empfehlenswert,
da die Polizei mit ihnen vertraut ist.
Immer wieder
versuchen Trickdiebe auf Autobahnen, Touristen durch Hinweise
über vermeintliche Schäden am Fahrzeug zum Stoppen zu verleiten.
Halten Sie nur auf Parkplätzen in Gegenwart anderer Autofahrer
bzw. neben Notrufsäulen, um Hilfe anzufordern.
In den letzten
Jahren hat die Zahl der PKW und die Verstädterung in Spanien stark
zugenommen. In vielen Orten herrscht auch durch die engen Straßen
akute Parkplatznot. Eine durchgezogene gelbe Linie am Fahrbahnrand
weist auf ein Parkverbot hin. Die lokale Polizei besitzt oftmals
eigene Abschleppwagen. Die Parkgebühren in Ballungsräumen liegen
auf demselben Niveau wie in Metropolen im deutschsprachigen Raum.
In manchen Ballungsräumen (Madrid, Barcelona) sind die Straßennetze
gerade im Berufsverkehr örtlich überfordert; teilweise gibt es
Verkehrsleitsysteme wie in Valencia (Stadt).
Fahrrad
Fahrradfahren
wird von den Spaniern zuerst als Sportliche Betätigung aufgefasst;
als Verkehrmittel wird es selten genutzt. Fahrradfahrer werden
im Straßenverkehr rechtlich nicht bessergestellt wie in Deutschland.
Fahrradwege sind meist nur in touristisch attraktiven Regionen
bekannt. Die einzelnen Radwege sind oftmals nicht miteinander
verknüpft.
Fernbusnetz
Spanien verfügt
über ein sehr gut ausgebautes Busnetz. In kleinen und großen Städten
gibt es spezielle Bushahnhöfe. Das Busnetz verbindet insbesondere
kleinere Städte und Dörfer, aber es gibt auch überregionale Linien
und internationale Verbindungen. Busfahren ist in Spanien vergleichsweise
billig.
Bahnnetz
Das Bahnnetz
(traditionell Breitspur) der staatlichen Eisenbahngesellschaft
RENFE wird durch ein normalspuriges Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE,
ungefähr 525 km Streckennetz) ergänzt. Das Fernverkehrssystem
wird Grandes Líneas genannt, der AVE ist hiervon ausgenommen.
Die RENFE betreibt in den Ballungszentren lokale S-Bahn-Netze,
die sogenannten Cercanías. In folgenden Regionen gibt es Cercanías-Netze:
Asturias, Barcelona, Bilbao, Cádiz, Madrid, Málaga, Murcia/ Alicante,
Santander, San Sebastián, Sevilla und Valencia. Schmalspurstrecken
werden von regionalen Gesellschaften betrieben.
Die spanischen
Fernverkehrszüge der Grandes Líneas werden in Tag- und
Nachtzüge unterschieden. Tagzüge sind der Alaris, Altaria,
Arco, Euromed, Talgo, Intercity und
Diurno. Nachtzüge sind der Trenhotel und Estrella.
Diese Zugtypen unterscheiden sich in ihrer Bauart und fahren auf
festgelegten Strecken. Eine Klassifizierung nach der Zug-Geschwindigkeit
und Haltepunktdichte wie im deutschen Sprachraum gibt es in Spanien
nicht. Fahrkarten werden nicht für eine Strecke, sondern für ein
Produkt verkauft.
Die Tagzüge
haben haben Raucher- und Nichtraucherplätze und einen Speisewagen.
Es gibt Sitzplätze erster und zweiter Klasse. Die erste Klasse
wird als Preferente und die zweite Klasse als Túrista
bezeichnet. In der ersten Klasse werden kostenlos Zeitungen, Essen
und Getränke gereicht. Während der Fahrt werden Kinofilme gezeigt.
Die Nachtzüge
verfügen über die ersten Klassen Gran Clase und Preferente
und die zweite Klasse Túrista/ Litera. Die Züge
haben eine Cafetería bzw. ein Restaurant. Die erste Klasse besteht
aus Schlafwagen und hat ein Bad bzw. eine Waschgelegenheit. Die
zweite Klasse des Trenhotel hat Vierbett-Abteile, die zweite
Klasse des Estrella Sechs-Sitz-Abteile.
Tickets für
Fernverkehrszüge beinhalten eine Sitzplatzreservierung; der Zug
kann ohne gültiges Ticket nicht betreten werden. Seit den Terroranschlägen
in Madrid im März 2004 werden beim Einstieg Gepäckkontrollen ähnlich
wie an Flughäfen durchgeführt.
In den Fernverkehrsbahnhöfen
finden sich Schalter für den Vorverkauf, die venta anticipada
und den Kauf mit sofortigem Fahrantritt. Fahrkarten für den Regional-
und den Fernverkehr müssen getrennt gekauft werden. Für den Fernverkehr
ist es bedingt durch die Reservierungspflicht sinnvoll, Tickets
im Voraus zu kaufen. Dies ist auch über das Internet möglich;
die Tickets müssen teilweise am Bahnhof abgeholt werden.
Die Städte
Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia verfügen über U-Bahn- oder
Metronetze, in Sevilla und Palma de Mallorca sind entsprechende
Netze im Aufbau. Einige Städte wie Alicante und Barcelona besitzen
neu eröffnete Straßenbahnnetze.
Flughäfen
Rund 40 Städte
verfügen über einen Flughafen für Verkehrsmaschinen. Die größten
spanischen Fluggesellschaften sind Iberia, Spanair, Vueling und
Air Europa. Die Flughäfen von Madrid und Barcelona sind unter
den Top 10 der Passagierzahlen der europäischen Flughäfen.
Zwischen den
Flughäfen Madrid und Barcelona gibt eine Luftbrücke, puente
aéreo: zwischen 07:00 und 23:00 starten in sehr kurzem Zeitabstand
zahlreiche Flüge. Die puente aéreo wird von der spanischen
Fluggesellschaft Iberia betrieben.
Kultur
- Literatur:
Miguel de Cervantes, Tirso de Molina, Lope de Vega, Pedro Calderón
de la Barca, Francisco de Quevedo, Rosalía do Castro, Federico
García Lorca, Camilo José Cela, Javier Marías
- Musik:
Flamenco, Manuel de Falla, Paco de Lucía, Joaquín Rodrigo, Pablo
Sarasate
- Film: Pedro
Almodóvar, Julio Médem, Luis Buñuel, Alejandro Amenábar, Alex
de la Iglesia
- Malerei:
Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El Greco, Joan
Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
- Bildhauerei:
Eduardo Chillida
- Architektur:
Antoni Gaudí, Santiago Calatrava, César Manrique
Medien
Die meisten
überregionalen Tageszeitungen erscheinen in der Hauptstadt Madrid:
El País (durchschnittliche Auflage im Jahr 2003 ca. 561.000 Exemplare),
El Mundo (379.000), ABC (346.000) und La Razón (205.000). In Barcelona
erscheinen La Vanguardia (240.000) und die wichtige regionale
Zeitung El Periódico de Catalunya (221.000). Von Bedeutung sind
auch täglich erscheinende Sport-Medien wie Marca (549.000) und
As (303.000), die meisten Spanier lesen jedoch Regionalzeitungen,
fast jede größere Stadt im Land hat hier ein Angebot, beispielsweise
Diario de Sevilla oder auch Diario de Mallorca.
Die staatliche
Fernsehanstalt Televisión Española betreibt zwei Sender, TVE 1
und TVE 2. Private TV-Programme sind Antena 3, Telecinco und Canal+.
Das Fernsehprogrammangebot wird durch regionale Fernsehsender
abgerundet. Im Bereich des digitalen Fernsehens gibt es die Angebote
Digital+ und Auna.
Sport
Fußball ist
in Spanien der mit Abstand
wichtigste Publikums- und auch ein viel betriebener Breitensport.
Weitere Mannschaftssportarten sind Basketball, Handball und Volleyball,
an den Universitäten erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit.
Der Motorsport,
insbesondere Rallye (Carlos Sainz ist derzeit der bekannteste
spanische Fahrer), Formel 1 (Fernando Alonso jüngster Weltmeister
im Jahre 2005) und Motorradrennen (Dani Pedrosa) genießen die
Aufmerksamkeit der Zuschauer.
Ein großes
Radsportereignis ist die Vuelta, weitere international beachtete
Rennen sind die Baskenland-Rundfahrt, die Katalonien-Rundfahrt
und das Clásica San Sebastián. Bedeutende Individualsportarten
sind Tennis, Padel, ein relativ neues, dem Tennis ähnliches Spiel,
und Golf. Im Nordosten Spaniens und im Lande Valencia wird Pelota,
der baskische Nationalsport, gespielt.
Ein typisch
spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der nicht als Sportart
angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger ist er als eine Kunst
anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine wichtige Rolle spielen.
In den Augen vieler Kritiker stellt er eine archaische und brutale
Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr verbundenen Tierquälerei
nicht wert sei, in ihrer heutigen Form fortgeführt zu werden.
Nationale
Feiertage
Der spanische
Nationalfeiertag wird am 12. Oktober anlässlich der Entdeckung
Amerikas durch Christoph Kolumbus gefeiert (Día de la Hispanidad).
Am 6. Dezember wird die Annahme der Verfassung im Jahre 1978 (Dia
de la Constitución) gefeiert.
- 1. Januar
- Neujahr
- 6. Januar
- Heilige Drei Könige und Epiphanias
- 19. März
- St. Josef
- 1. Mai
- Tag der Arbeit
- 12. Oktober
- Nationalfeiertag (s.o.)
- 1. November
- Tag aller Heiligen
- 6. Dezember
- Tag der Verfassung
- 25. Dezember
- Weihnachten
In den einzelnen
Provinzen gibt es noch weitere Feiertage, so wird z. B. in Katalonien
am 24. Juni St. Joan (spanisch St. Juan) gefeiert.
|